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Der Zweck des Mannes

War wieder spät gestern.

Unendlich müde tapse ich nach einer durchschriebenen Nacht aus dem Schlafzimmer und stoße mir schmerzhaft den großen Onkel. Ich blicke hinab. Ich bin volle Kanne gegen den Papiermülleimer getreten.

Was zum Teufel hat der da zu suchen?

Neben dem Papierkorb begrüßen mich auch noch der gelbe Sack und die Kiste mit Leergut. Ich reibe mir verwundert den Schlaf aus den Augen.

Da kommt meine Tochter Pia aus dem Wohnzimmer um die Ecke gewieselt. Sie ist vier Jahre alt. Und morgens ist sie immer viel zu früh auf.

„Papa, bringst du jetzt endlich mal den Müll raus!“ Pia stemmt die Hände in die Hüften.

„Hast du das dahin gestellt?“, murmele ich.

„Mama!“ Pia bemüht sich um einen strafenden Blick. „Bring. Endlich. Den. Müll. Runter!“

„Warum ich?“

Pia furcht die Stirn. „Weil du einen Penis hast!“

Ich seufze und greife nach dem Müll. Hat ja keinen Zweck.

Auf dem Weg nach unten zu den großen Tonnen, grübele ich, ob bei Frauen eine konkrete Vorstellung, welchem Zweck ein Mann dient, von klein auf vorinstalliert ist.

Vielleicht hilft uns das ja auch dabei, unsere wahre Bestimmung zu finden. Als ich wieder in die Wohnung kam, war ich jedenfalls wach und nicht mehr so im Eimer.

Was meint ihr? Stimmt das? Wozu ist ein Mann heute wirklich da?

 

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Plot-it! Die Tür zur Story

Nachdem alle Pinnwände und Notizbücher zu klein geworden sind, haben wir nun die Rückseite der Bürotür  zum Plotten zweckentfremdet. Hier findet jede Szene des neuen Buches auf einem Post-it Platz. Wir sind gespannt, wie viele Zettel auf die Tür passen – und ob das Plot-Sudoku aufgeht.

Kleines Farbleitsystem:

Lila = Unterteilung in drei Akte. Erster Akt (Auftakt der Geschichte), zweiter Akt (Hauptteil, die Probleme steigern sich), dritter Akt (Auflösung)

Rot = Die größte Krise, auch genannt „Deep-shit-point“. Hier geht für die Protagonisten alles schief.

Blau = Ende – ob happy oder nicht verraten wir dann aber erst im fertigen Buch.